Canyon und Pinkbike starten weltweites Trail Builder Exchange Programm
Canyon und Pinkbike suchen weltweit vier der besten Amateur-Trailbauer für das erste Trail Builder Exchange Programm. Ziel: das Wissen der unbesungenen Helden teilen, die MTB-Trailbau-Standards weltweit anheben – und gemeinsam einen komplett neuen Trail bauen.

Wer schon einmal über eine perfekt angelegte Anliegerkurve geflowt ist oder eine knifflig-technische Trail-Passage gemeistert hat, hat sich vermutlich selten gefragt: Wer hat das hier eigentlich gebaut? Genau diese oft unsichtbaren Menschen – die ihre Abende und Wochenenden mit Spitzhacke und Schaufel im Wald verbringen – rücken Canyon und Pinkbike jetzt ins Rampenlicht. Mit dem Trail Builder Exchange starten der Koblenzer Direktversender und die weltgrößte MTB-Plattform ein gemeinsames Programm, das die weltweiten Standards im Trailbau anheben soll.
Was ist der Trail Builder Exchange?
Der Trail Builder Exchange ist eine mehrteilige Dokumentarserie, die vier der weltbesten Amateur-Trailbauer zusammenbringt. Die Idee dahinter geht über eine bloße Videoreihe hinaus: Die ausgewählten Builder aus verschiedenen Ecken der Welt sollen ihre Trails vorstellen, ihr Wissen austauschen, voneinander lernen – und am Ende gemeinsam einen komplett neuen Trail bauen.
Ob die Baumeister aus den lehmigen, wurzeldurchzogenen Strecken British Columbias stammen, aus dem steilen, felsigen Singletrail der Seealpen, aus dem rauen Naturgelände der schottischen Wildnis oder von irgendwo dazwischen: Canyon und Pinkbike wollen ihre regionalen Erfahrungen und ihr handwerkliches Können sichtbar machen. Das erklärte Ziel ist es, die Messlatte für den Trailbau weltweit höherzulegen.
Das Pinkbike-Publikum wird den gesamten Prozess miterleben: vom Bewerbungsverfahren über das Kennenlernen der ausgewählten Trailbauer bis hin zum gemeinsamen Bau des neuen Trails. Dabei werden auch die Mühen und die Rückschläge gezeigt, die zu jedem echten Trailbau-Projekt dazugehören.
Warum Canyon dieses Thema aufgreift
Hinter der Initiative steckt eine klare Überzeugung. Daniel Oster, Projektleiter bei Canyon, bringt es auf den Punkt: Ohne hochwertige Trails zum Fahren wäre es sehr schwer, dass Mountainbiking überhaupt existiert. Trotzdem würden nur wenige würdigen, was in den Bau eines Trails fließt – und noch weniger, wie so etwas überhaupt finanziert wird. Genau hier will das Programm ansetzen: Die globale Radsport-Community soll diese unbesungenen Helden anerkennen und gleichzeitig die Gelegenheit bekommen, sich ein paar Tricks abzuschauen.
Für Canyon ist das ein Baustein einer breiteren Community- und Sicherheitsoffensive. Erst kürzlich hat die Marke mit dem [Roadlite:ON V2X das erste E-Bike vorgestellt, das mit Autos kommuniziert](/artikel/canyon-roadlite-on-v2x-e-bike-kommuniziert-mit-autos) – ein weiteres Beispiel dafür, dass sich Canyon zunehmend über das reine Produkt hinaus positioniert.
Wer kann sich bewerben – und nach welchen Kriterien?
Gesucht werden ausdrücklich nicht die Builder mit den teuersten Elektrowerkzeugen oder dem längsten Trail. Canyon und Pinkbike suchen nach Menschen, die die Seele eines Trails verstehen – und die körperliche Arbeit, die nötig ist, um ihn zum Leben zu erwecken. Drei Kriterien stehen im Mittelpunkt:
Das Portfolio: Bewerber sollen zeigen, was sie gebaut haben – saubere Absprünge (Lips), nachhaltige Entwässerung und technische Meisterstücke.
Die Geschichte: Wer bist du, und warum verbringst du deine Freizeit damit, Steine und Erde zu bewegen?
Die Lernbereitschaft: Da man mit drei anderen Experten zusammenarbeitet, ist die Bereitschaft gefragt, eigenes Wissen zu teilen und Neues aufzunehmen.
Bewerber reichen eine kurze Biografie sowie Beispiele ihrer Arbeit in Form von Fotos oder Videos ein. Canyon und Pinkbike wählen daraus die finalen vier Trailbauer aus, die noch im Sommer mit dem Graben beginnen sollen.
Ein Programm im Geist einer wachsenden Bewegung
Der Trail Builder Exchange ist Teil eines größeren Trends in der Branche: Immer mehr Hersteller investieren gezielt in die oft ehrenamtlich getragene Trail-Infrastruktur. So fördert etwa Shimano mit seinem Programm Trail Born über zehn Jahre hinweg Trailprojekte weltweit. Canyon und Pinkbike wählen einen anderen, storybasierten Ansatz: Statt reiner Finanzierung stehen die Menschen und ihr Handwerk im Vordergrund – erzählt vor dem großen Publikum der Pinkbike-Community.
Das ist strategisch schlau. Canyon erreicht als Direktversender seine Kunden ohnehin überwiegend digital – eine Dokuserie auf der reichweitenstärksten MTB-Plattform der Welt trifft die Zielgruppe genau dort, wo sie sich informiert und austauscht. Gleichzeitig zahlt die Initiative auf ein Thema ein, das der gesamten Branche zugutekommt: Ohne gepflegte, legale und gut gebaute Trails verliert der Mountainbike-Sport seine Grundlage.
Was das für die MTB-Community bedeutet
Für die Trailbau-Gemeinschaft ist die Aufmerksamkeit mehr als ein symbolischer Applaus. Trailbau ist in vielen Regionen ein rechtliches und finanzielles Minenfeld: Legale Strecken erfordern Genehmigungen, Grundstücksabsprachen, Versicherungen und dauerhafte Pflege – all das oft in ehrenamtlicher Arbeit. Indem eine große Marke und eine reichweitenstarke Plattform diese Arbeit sichtbar machen, entsteht Bewusstsein für einen Teil des Sports, der sonst im Verborgenen bleibt.
Für Fahrerinnen und Fahrer, die selbst gerne bauen, bietet das Programm zudem eine seltene Lernchance: Das gebündelte Wissen von vier Top-Buildern aus unterschiedlichen Trail-Kulturen wird öffentlich dokumentiert – von der Linienführung über nachhaltige Entwässerung bis zum Umgang mit schwierigem Gelände.
Wer sein eigenes Rad fit für den Trail halten will, findet in unseren Ratgebern das passende Grundwissen – etwa zur [Fahrradkette reinigen und schmieren](/artikel/fahrradkette-reinigen-schmieren-anleitung) oder zum [richtigen Reifendruck für jeden Untergrund](/artikel/fahrrad-reifendruck-tabelle).
Fazit: Anerkennung für die stillen Helden des Sports
Der Trail Builder Exchange ist eine der sympathischeren Marketing-Initiativen der Saison – weil sie ein echtes Bedürfnis trifft. Die Menschen, die Trails bauen und pflegen, sind das unsichtbare Fundament des Mountainbike-Sports. Dass ausgerechnet ein Hersteller und eine Medienplattform ihnen eine globale Bühne geben und ihr Wissen für alle zugänglich machen, ist ein Gewinn für die gesamte Community.
Ob aus dem Programm tatsächlich ein neuer Trail und dauerhaft höhere Baustandards entstehen, wird sich zeigen. Der Ansatz jedenfalls – Handwerk sichtbar machen, Wissen teilen, Menschen feiern – ist genau das, was eine wachsende Szene braucht. Radmap.de wird das Projekt verfolgen und berichten, sobald die ausgewählten vier Trailbauer feststehen.
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