European Cycling Industries startet Storytelling
European Cycling Industries (ECI) schickt Fahrrad-Influencer Simon Dekker Linnros auf eine siebentägige Reise durch Belgien. Die Initiative soll die wirtschaftliche Stärke und die Menschen hinter der europäischen Fahrradindustrie sichtbar machen – und ist erst der Auftakt einer europaweiten Kampagne.

Die europäische Fahrradindustrie hat eine starke Stimme bekommen – und die fährt jetzt Rad. European Cycling Industries (ECI), die vereinte Interessenvertretung der Fahrradbranche in Europa, startet gemeinsam mit seinem belgischen Mitglied Agoria eine Storytelling-Initiative, die Einblicke hinter die Kulissen der belgischen Fahrradindustrie geben soll. Die Botschaft ist klar: Das Fahrrad ist nicht nur ein Fortbewegungsmittel – es ist ein ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor.
Simon Dekker Linnros radelt 750 Kilometer durch Belgien
Ab dem 15. Juni 2025 ist Simon Dekker Linnros, Social-Media-Manager und Fahrrad-Influencer bei ECI, sieben Tage lang auf den Straßen Belgiens unterwegs. Über 750 Kilometer legt er dabei zurück und besucht insgesamt acht Stationen quer durchs Land. Im Mittelpunkt stehen Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette der Branche – von der Produktion über Technologie bis hin zu Mobilitätsdienstleistungen.
Die Reise wird umfassend dokumentiert: Interviews mit Branchenakteuren, Werksbesichtigungen und Social-Media-Inhalte sollen die Geschichten der Menschen zeigen, die täglich an der Zukunft des Fahrrads arbeiten. Keine Hochglanzbroschüre – sondern echte Einblicke vom Sattel aus.
Mehr als eine Werbekampagne: Sichtbarkeit für eine unterschätzte Branche
„Wir freuen uns, eine Plattform zu bieten, die Simon eine einzigartige Reise ermöglicht und die Geschichten der Menschen hinter der europäischen Fahrradindustrie zeigt", sagte Paul Walsh, CEO von European Cycling Industries. Der Anspruch dahinter geht deutlich über Content-Marketing hinaus.
Die Initiative zielt darauf ab, die strategische Relevanz der Fahrradindustrie für Europas Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum ins Bewusstsein zu rücken. Denn obwohl das Fahrrad in vielen Städten Europas längst zur alltäglichen Mobilität gehört, wird seine wirtschaftliche Bedeutung von der Öffentlichkeit und der Politik häufig noch unterschätzt.
Belgien: Ein Fahrradland mit beeindruckenden Zahlen
Dass die Wahl auf Belgien als Startpunkt fiel, ist kein Zufall. Die belgische Fahrradwirtschaft gehört zu den stärksten in Europa. Bereits im Jahr 2022 erzielte sie einen Nettowertschöpfungsbeitrag von 951 Millionen Euro und sicherte 17.434 Vollzeitstellen. Und das Potenzial für weiteres Wachstum ist vorhanden.
Diese Zahlen bekommen zusätzliches Gewicht durch aktuelle Marktdaten: Im Jahr 2025 verzeichnete der belgische Fahrradmarkt sogar ein Wachstum von 7,1 Prozent auf 578.737 verkaufte Einheiten – während andere europäische Märkte wie Deutschland oder Italien unter rückläufigen Zahlen litten. Belgien entwickelt sich damit zu einer der stabilsten und dynamischsten Fahrradnationen auf dem Kontinent.
ECI – Die neue einheitliche Stimme der europäischen Fahrradbranche
Um den Kontext besser zu verstehen: ECI ist noch ein relativ junges Gebilde. Erst im Januar 2026 entstand die Organisation durch die Fusion von Cycling Industries Europe (CIE) und der Confederation of the European Bicycle Industry (CONEBI). Seitdem vertritt ECI als gemeinsame Branchenstimme nationale Industrieverbände und Unternehmen aus der gesamten europäischen Fahrradwertschöpfungskette.
Der Zusammenschluss war überfällig: Zwei starke, aber separate Verbände sprechen gegenüber EU-Institutionen weniger laut als eine geeinte Organisation. „Cycling is one of Europe's industrial strengths, but too often its impact remains overlooked", betonte Paul Walsh anlässlich der Gründung. Genau hier setzt die Belgien-Tour an – als lebendiger Beweis für das, was hinter dem Begriff „Fahrradindustrie" steckt.
Auftakt einer europaweiten Initiative
Der belgische Abschnitt der Reise ist erst der Anfang. Er bildet den Auftakt einer übergeordneten Initiative von ECI, die schrittweise durch weitere europäische Länder führen soll. Ziel ist es, sowohl den Freizeit- und Mobilitätsaspekt des Radfahrens zu beleuchten als auch die wirtschaftliche Dimension – Arbeitsplätze, Innovation, Lieferketten und politische Relevanz.
Auf europäischer Ebene sichert die Fahrradindustrie nach Angaben von ECI über eine Million Arbeitsplätze, die überwiegend lokal entstehen und nicht ins Ausland verlagert werden können. Das macht den Sektor nicht nur ökologisch, sondern auch industriepolitisch interessant – gerade in Zeiten, in denen Europa nach mehr wirtschaftlicher Resilienz und Unabhängigkeit sucht.
Was die Tour für Radfahrer und die Branche bedeutet
Für Radsportbegeisterte und Pendler auf zwei Rädern liefert die Initiative etwas Wertvolles: Transparenz. Wer das Fahrrad fährt, hat selten eine Vorstellung davon, wie viele Menschen, Firmen und Technologien hinter jedem Einzelteil stecken. Die Storytelling-Tour gibt dieser unsichtbaren Wertschöpfungskette ein Gesicht – und das auf Social Media, nah und zugänglich.
Gleichzeitig sendet ECI ein Signal an die politischen Entscheidungsträger in Brüssel und den Hauptstädten Europas: Die Fahrradindustrie ist kein Nischenthema. Sie ist eine tragende Säule nachhaltiger Mobilität, ein stabiler Arbeitgeber und ein Innovationsmotor – und verdient eine entsprechende politische Unterstützung.
Fazit: Mehr als eine Radtour
Was Simon Dekker Linnros ab dem 15. Juni durch Belgien fährt, ist mehr als eine Influencer-Reise. Es ist ein gezielter Versuch, die Fahrradindustrie aus dem Schatten herauszuholen und ihr den Platz zu geben, den sie verdient – in der öffentlichen Wahrnehmung, in der Wirtschaftspolitik und in der Zukunft europäischer Mobilität.
Radmap.de wird die Tour beobachten und berichten. Wer die Route und die Stationen live mitverfolgen möchte, sollte die Social-Media-Kanäle von ECI im Blick behalten.