Ducati DM-160 R und DM-170 RR: Zwei neue E-Enduros mit DJI-Avinox-Antrieb für 2027
Ducati stellt für 2027 zwei neue E-Enduros vor: das DM-160 R und das DM-170 RR. Beide setzen auf Carbon-Rahmen und den kräftigen Avinox M2S von DJI mit bis zu 150 Nm. Neu ist auch der Produktionspartner Gruppo Zecchetto. Preise: 7.990 und 9.490 Euro.

Nach Honda meldet sich der nächste Motorrad-Hersteller im Fahrradgeschäft zurück – und zwar mit Wucht: Ducati hat seine neue Fahrradpalette für das Modelljahr 2027 vorgestellt und rückt dabei zwei brandneue E-Enduros ins Rampenlicht. Das DM-160 R und das DM-170 RR setzen auf Carbon-Rahmen und den kräftigen Avinox M2S-Antrieb von DJI. Präsentiert wurde die Kollektion beim International Bike Festival in Misano Adriatico.
Für den E-MTB-Markt ist das eine spannende Nachricht: Eine Marke mit enormer Motorsport-Strahlkraft geht mit einer komplett neu entwickelten Plattform an den Start.
Zwei E-Enduros, eine Plattform
Die beiden neuen Modelle teilen sich eine gemeinsame technische Basis, richten sich aber an unterschiedliche Fahrer:
Das DM-160 R ist das ausgewogene Trail- und Enduro-Modell. Es fährt auf durchgängig 29-Zoll-Laufrädern und bietet bis zu 160 mm Federweg. Vorne arbeitet eine RockShox ZEB Select Federgabel, hinten ein RockShox Super Deluxe Dämpfer. Ducati positioniert es als das kontrollierte, berechenbare Bike für maximales Vertrauen in allen Bedingungen. Preis: 7.990 Euro.
Das DM-170 RR ist die kompromisslosere, gravity-orientierte Variante. Es setzt auf ein Mullet-Laufradkonzept – 29 Zoll vorne, 27,5 Zoll hinten – und bis zu 170 mm Federweg. Dazu kommt ein höherwertiges Öhlins-Fahrwerk (RXF38 Federgabel, TTX Dämpfer) und eine SRAM GX Eagle AXS Schaltung. Es ist für Sprünge, steiles Gelände und harte Abfahrten gemacht. Interessantes Detail: Trotz mehr Federweg ist das RR mit 22,8 kg (Größe S2) sogar leichter als das kleinere Modell – dank Carbon-Lenker und leichterer Ausstattung. Preis: 9.490 Euro.
Der Antrieb: Avinox M2S von DJI
Beide E-Enduros werden vom neuen Avinox M2S angetrieben – dem Motorsystem des Tech-Konzerns DJI, das den E-MTB-Markt zuletzt kräftig aufgemischt hat. Die Leistungsdaten sind beachtlich: bis zu 1.300 Watt Spitzenleistung und 130 Nm Drehmoment, im Boost-Modus sogar bis zu 150 Nm.
Die Energie liefert ein integrierter 800-Wh-Akku. Dazu kommen Sensoren, selbstadaptive Unterstützungsmodi, integriertes GPS und sogar eine eSIM. Bemerkenswert ist der Wechsel: Bisher setzte Ducati bei seinen E-Bikes auf den Shimano-Antrieb. Mit der neuen Generation vollzieht die Marke den Schritt zum kräftigeren DJI-System – ein weiteres Zeichen dafür, wie schnell Avinox in der Branche Fuß fasst.
Flip-Chip-System für maximale Anpassbarkeit
Ein technisches Highlight beider Bikes ist ein System aus drei unabhängigen Flip Chips. Damit lassen sich Geometrie, Kinematik (die Federungsprogression) und die Laufradkonfiguration verändern.
Das bedeutet: Der Fahrer kann das Bike an Gelände und Fahrstil anpassen – von der Kletter-optimierten bis zur abfahrtsorientierten Abstimmung. Diese Variabilität ist ein starkes Argument, weil ein einziges Rad so verschiedene Charaktere annehmen kann. Wie sich Geometrie und Federweg auf das Fahrverhalten auswirken, erklärt unser Ratgeber zu den E-Bike-Typen.
Neuer Partner: Gruppo Zecchetto statt THOK
Hinter der neuen Palette steht auch ein struktureller Wechsel. Für Entwicklung und Produktion arbeitet Ducati künftig mit der italienischen Gruppo Zecchetto zusammen – und ersetzt damit die bisherige Kooperation mit THOK, die die früheren Ducati-E-Bikes auf Aluminium-Rahmen entwickelt hatte.
Zur Gruppo Zecchetto gehört unter anderem Diamant, ein Spezialist für Carbon-Komponenten, der bereits mit Ducati zusammenarbeitete. Die Gruppe bringt nach eigenen Angaben über 30 Jahre Erfahrung in der Fahrradbranche mit, inklusive der Bekleidungsmarke Alè Cycling und des Schuhherstellers DMT. Der Wechsel zu Carbon-Rahmen und einem erfahrenen Produktionspartner unterstreicht Ducatis Anspruch, im Premium-Segment ernst genommen zu werden.
Neben den beiden E-Enduros umfasst die 2027er-Palette auch ein Rennrad (Monoscocca) und ein Gravelbike (GraviaX) – Ducati deckt damit gleich mehrere Performance-Segmente ab.
Einordnung: Ein Trend wird deutlich
Der Ducati-Auftritt reiht sich in eine bemerkenswerte Entwicklung ein. Kurz zuvor hatte bereits Honda seinen Einstieg in den E-Mountainbike-Markt bestätigt. Immer mehr große Marken aus der Motorwelt drängen ins E-Bike-Geschäft – angezogen von einem Markt, der trotz aktueller Flaute langfristig Wachstumspotenzial verspricht.
Für Kunden ist das grundsätzlich positiv: mehr Wettbewerb, mehr Auswahl, mehr Innovationsdruck. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, ob eine starke Motorrad-Marke automatisch ein überzeugendes E-MTB abliefert. Die Ducati-Preise von rund 8.000 bis 9.500 Euro zeigen jedenfalls klar: Hier geht es ins Premium-Segment, nicht um Masse.
FAQ: Die wichtigsten Fragen
Welche neuen E-Bikes hat Ducati vorgestellt? Zwei E-Enduros für 2027: das DM-160 R (7.990 Euro) und das gravity-orientierte DM-170 RR (9.490 Euro), beide mit Carbon-Rahmen.
Welcher Motor steckt in den neuen Ducati-E-Bikes? Der Avinox M2S von DJI mit bis zu 1.300 Watt Spitzenleistung und 130 Nm Drehmoment, im Boost-Modus bis zu 150 Nm, kombiniert mit einem 800-Wh-Akku.
Was ist der Unterschied zwischen DM-160 R und DM-170 RR? Das DM-160 R ist das ausgewogene Trail-Modell mit 29-Zoll-Laufrädern und 160 mm Federweg. Das DM-170 RR ist gravity-orientiert, mit Mullet-Laufrädern, 170 mm Federweg und Öhlins-Fahrwerk.
Was sind die Flip Chips? Ein System aus drei unabhängigen Verstellpunkten, mit denen sich Geometrie, Federungskinematik und Laufradkonfiguration anpassen lassen – so kann ein Bike verschiedene Charaktere annehmen.
Warum hat Ducati den Partner gewechselt? Für die neue Carbon-Generation arbeitet Ducati mit der Gruppo Zecchetto (inklusive Diamant) zusammen und ersetzt die frühere Kooperation mit THOK, die Alu-Rahmen entwickelte.
Wo wurde die neue Palette vorgestellt? Beim International Bike Festival in Misano Adriatico. Neben den E-Enduros gehören auch ein Rennrad und ein Gravelbike zur 2027er-Palette.
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