Honda steigt 2027 ins E-Mountainbike-Geschäft ein: Prototyp mit RN01-DNA in Girona
Der weltgrößte Motorradhersteller wird zum E-Bike-Bauer: Honda bestätigt auf der Sea Otter Europe 2026 in Girona seinen Einstieg in den E-Mountainbike-Markt. Ein erster Prototyp knüpft ans legendäre RN01 an, der Marktstart des Serienmodells ist für 2027 geplant.

Wenn der weltgrößte Motorradhersteller ins E-Bike-Geschäft einsteigt, horcht die Branche auf. Genau das passiert gerade: Honda hat auf der Sea Otter Europe 2026 im spanischen Girona offiziell seinen Einstieg in den Markt für E-Mountainbikes bestätigt. Zu sehen ist ein erster Prototyp, der Marktstart des daraus entstehenden Serienmodells ist für 2027 geplant.
Für den E-MTB-Markt ist das eine bemerkenswerte Nachricht – ein globaler Technologiekonzern mit jahrzehntelanger Motorsport-Erfahrung mischt künftig mit.
Vom Motorrad zum Mountainbike
Honda baut Motorräder, Roller, Autos und Rasenmäher – und bald eben auch E-Mountainbikes. Auf der Sea Otter Europe, dem großen Radsportfestival, das vom 18. bis 20. September 2026 in Girona stattfindet, ist der japanische Konzern erstmals mit einem eigenen Stand vertreten.
Das erklärte Ziel des Projekts: den Fahrspaß und das Fahrgefühl, das man von Honda-Motorrädern kennt, auf ein E-Mountainbike zu übertragen. Honda spricht von einem Rad, das rund um den Fahrer entwickelt wurde. Konkrete technische Daten – Motor, Akku, Gewicht, Preis – hält der Hersteller aber noch zurück. Bisher gibt es nur die groben Linien des Projekts.
Albert Erlacher, bei Honda Deutschland für den Motorradbereich und als Projektleiter für das E-MTB-Projekt verantwortlich, betont, dass die Messe für Honda vor allem eine Gelegenheit sei, direkt mit der Fahrrad-Community in Kontakt zu kommen und deren Erwartungen kennenzulernen.
Die Verbindung zum legendären RN01
Ganz neu ist das Thema Mountainbike für Honda nicht – und genau darauf spielt der Auftritt in Girona bewusst an. Neben dem neuen Prototyp stellt Honda das historische RN01 aus.
Das RN01 G-cross war ein reines Wettkampf-Downhillbike, das von 2004 bis 2007 im Weltcup eingesetzt wurde. 2005 gewann Greg Minnaar damit den Weltmeistertitel. Seine technische Besonderheit: ein internes Getriebe, das Gangwechsel ohne Tretbewegung ermöglichte – für die damalige Zeit eine höchst ungewöhnliche Lösung.
Der neue Prototyp greift gestalterisch Elemente dieses Rennrads auf. Auffällig ist der voluminöse Hauptrahmen, der sich deutlich von vielen aktuellen E-Mountainbikes unterscheidet, bei denen Motor, Akku und Technik in immer schlankere Rahmenformen integriert werden. Honda verfolgt hier bewusst einen eigenständigen, wiedererkennbaren Ansatz.
Ein Auftritt mit viel Motorsport-DNA
Honda nutzt die Messe, um seine gesamte Zweirad-Historie zu inszenieren. Neben dem RN01 und dem E-MTB-Prototyp zeigt der Konzern weitere elektrisch angetriebene Wettbewerbsfahrzeuge – etwa den CR Electric Prototyp, ein Elektro-Motocross-Bike der Honda Racing Corporation, sowie die RTL Electric, ein elektrisches Trial-Motorrad.
Zur Unterstützung des Projekts hat Honda zudem Trial-Legende Toni Bou eingebunden, der gerade seinen 40. WM-Titel gefeiert hat und zu den Ersten gehörte, die den neuen Prototyp getestet haben. Diese Inszenierung macht klar, wie Honda das E-MTB positionieren will: als Produkt mit echter Motorsport-DNA.
Einordnung: Was das für den Markt bedeutet
Der Einstieg von Honda fällt in eine spannende Phase des E-MTB-Marktes. Mit dem kräftigen DJI-Avinox-Antrieb hat zuletzt bereits ein anderer Tech-Gigant aus einer fremden Branche für Aufsehen gesorgt. Nun folgt mit Honda ein weiterer globaler Konzern, der viel Kapital, Ingenieurwissen und Markenstärke mitbringt.
Für etablierte Fahrradhersteller ist das eine ernstzunehmende Entwicklung: Neue, kapitalstarke Wettbewerber erhöhen den Innovationsdruck. Für Kunden kann das durchaus positiv sein – mehr Wettbewerb bedeutet oft mehr Auswahl und schnellere technische Fortschritte.
Bei aller Euphorie bleibt aber Zurückhaltung angebracht. Noch ist das Honda-E-MTB nur ein Prototyp ohne bekannte technische Daten oder Preise. Ob der eigenständige, wuchtige Design-Ansatz bei anspruchsvollen Mountainbikern ankommt und wie sich das Rad im Vergleich zur etablierten Konkurrenz schlägt, wird sich erst zeigen, wenn das Serienmodell 2027 auf den Markt kommt. Wer den Einstieg in die Welt der E-MTBs plant, findet die wichtigsten Grundlagen so lange in unserem Ratgeber zu den E-Bike-Typen.
FAQ: Die wichtigsten Fragen
Steigt Honda wirklich ins Fahrradgeschäft ein? Ja. Honda hat auf der Sea Otter Europe 2026 offiziell seinen Einstieg in den Markt für E-Mountainbikes bestätigt und einen ersten Prototyp gezeigt.
Wann kommt das Honda-E-MTB auf den Markt? Der Marktstart des Serienmodells ist für 2027 geplant. Es basiert auf dem in Girona gezeigten Prototyp.
Welche technischen Daten hat das Honda-E-MTB? Die sind noch nicht bekannt. Honda hat bislang nur die groben Linien des Projekts kommuniziert – Motor, Akku, Gewicht und Preis stehen noch aus.
Was hat es mit dem RN01 auf sich? Das Honda RN01 war ein Downhill-Wettkampfbike, das von 2004 bis 2007 im Weltcup fuhr und 2005 mit Greg Minnaar den WM-Titel gewann. Der neue Prototyp greift dessen Design auf.
Wo wurde der Prototyp vorgestellt? Auf der Sea Otter Europe 2026, dem Radsportfestival im spanischen Girona, das vom 18. bis 20. September 2026 stattfindet.
Was macht den Honda-Prototyp optisch besonders? Der voluminöse Hauptrahmen hebt sich deutlich von den schlanken Rahmenformen vieler aktueller E-Mountainbikes ab – ein bewusst eigenständiger Design-Ansatz.
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